Digitalisierung ist alternativlos

21.03.2018

Unter dem Motto „Visionen werden Praxis“ lud der bdew zur Fachtagung „Die digitale Energiewirtschaft“ am 15. März 2018 in die Turbinenhalle der Stadtwerke Düsseldorf ein.

Mit rund 220 Teilnehmern zeigte sich die Branche sehr aufmerksam und interessiert. Warum das Interesse so hoch ist, verdeutlicht die Studie „bdew/ AT Kearney – Digital@EVU“: Gerade einmal 20% der Energieversorger haben eine digitale Roadmap.

"Digitalisierung ist alternativlos und insbesondere kundengetrieben"

- sagte Heike Heim, Vorsitzende der Geschäftsführung der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21); damit ist die DEW21 ein sehr positives Beispiel für die digitale Bewegung der Branche.

Die wichtigste Herausforderung sieht Frau Heim in der "Monetarisierung von Kundendaten". Sie wies darauf hin, dass im Vertrieb neue Wege der datenbasierten Ansprache entwickelt werden müssen, die die Online- und Offline-Welt über alle Kanäle erfassen.

Kein Weg führt an Data Analytics und Künstlicher Intelligenz vorbei

Mit dem Vortrag zum Thema „Data Analytics“ konnten Andreas Dutz, Industry Solution Lead Utilities von Microsoft und Tobias Hirning, Business Development Manager von ITVT Group einen Weg zur Monetarisierung der Kundendaten aufzeigen. Wichtig war den beiden dabei, dass der Bereich Analytics nicht mehr nur aus einem Business Intelligence Tool besteht, sondern mit Cloudanwendungen und Cloudservices wie Machine- und Deep Learning angereichert ist.

Die von Microsoft und ITVT vorgestellten Tools bilden das Röntgengerät für Daten aus den Bereichen Produktmanagement, Vertrieb, Marketing und Service. Die Erkenntnisse aus den Daten lassen sich direkt verwenden und bieten Antwort auf die Fragestellungen:




  • Was ist denn nun profitabel?
  • Warum ruft mich Kunde Herr Maier heute an?
  • Welchen Kundenwert hat Herr Müller?
  • Welche Produkte biete ich welchem Kunden zu welchem Preis und zu welchem Zeitpunkt auf welchem Kanal an?

„Das Thema Analytics, Machine- und Deep Learning sind die Zukunft und bieten tiefgreifende Möglichkeiten: Jeder Mitarbeiter und somit auch jeder Endkunde profitiert davon. Wir verwenden die Erkenntnisse direkt in den Applikationen der Kunden für beispielsweise Next-Best-Actions, Empfehlungen, etc.“, so Tobias Hirning, von der ITVT Group.


Daten – Daten – Daten oder DAS Potenzial für die Energiewirtschaft

„Die Daten sind im Haus des Versorgers oder zusätzlich auch verfügbar am Markt. Das Microsoft-Ökosystem bietet letztendlich die Auswertungstools dazu“, so Herr Hirning.

Während der bdew-Fachtagung wurde das Daten-Visualisierungstool Power BI von Microsoft vorgestellt.



„Digitalisierung alleine verdient ja kein Geld – wir müssen uns mithilfe von digitalen Tools Transparenz schaffen, viel näher an den Kunden ran, neue Geschäftsmodelle umsetzen und so den Umsatz und die Margen steigern“, erklärt Herr Hirning weiter.

Versorger müssen Kulturwandel organisieren

Neben praktischen Beispielen rückte auch das Thema „kultureller Wandel“ weiter in den Fokus. „Digitalisierung ist Chefsache“, so der Google Manager Stefan Hentschel in seinem Vortrag. Auch Stefan Kapferer, Vorsitzender der bdew Geschäftsführung, unterstrich diese These in seiner Keynote.